Wenn Ihr Konto in Euro geführt wird, kosten Kartenzahlungen auf den Kanaren dank EU-Recht dasselbe wie zu Hause. Echte Kosten entstehen vor allem durch Gebühren mancher Geldautomaten und durch die Konditionen Ihrer eigenen Bank, etwa bei Girocard oder Kreditkarte. Achten Sie auf eine Karte mit kostenlosen Abhebungen und kombinieren Sie eine Hauptkarte mit einer Reservekarte eines anderen Anbieters.

Worauf Sie achten sollten
- Keine Fremdwährungsgebühr bei Zahlungen.
- Keine oder geringe Gebühr für Bargeldabhebungen.
- Wechselkurs des Netzwerks (Visa oder Mastercard) oder Mittelkurs.
- Eine App, mit der Sie die Karte sofort sperren können.
- Kontaktlos und mobil bezahlen.
Kartentypen im Vergleich
| Kartentyp | Zahlungen | Bargeld | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Debitkarte einer Direktbank | Meist gebührenfrei | Oft bis zu einem Limit kostenlos | Online leicht zu eröffnen |
| Karte eines Mehrwährungskontos | Gebührenfrei mit Euro-Guthaben | Freibetrag, danach Gebühren | Sinnvoll bei Einkommen in anderer Währung |
| Reise-Kreditkarte | Gebührenfrei | Zinsen auf Bargeld möglich | Zusätzlicher Schutz bei größeren Käufen |
| Karte Ihrer Hausbank | In Euro meist gebührenfrei | Je nach Bank Gebühren | In der Eurozone als Hauptkarte geeignet |
Vorsicht bei Automatengebühren
Manche Geldautomaten verlangen ein paar Euro pro Abhebung; der Betrag wird vor der Bestätigung angezeigt. Automaten großer Banken sind meist günstiger als unabhängige Geräte in Ferienorten. Bietet ein Automat oder Kartenterminal eine Umrechnung in eine andere Währung an, wählen Sie immer Euro.
Sicherheitstipps
- Nehmen Sie zwei Karten verschiedener Anbieter mit.
- Lassen Sie eine Reservekarte in Ihrer Wohnung.
- Aktivieren Sie Benachrichtigungen für jede Transaktion.
Wie Kartenzahlungen im Ausland wirklich funktionieren
Mit einer deutschen oder österreichischen Karte zahlen Sie in Spanien in Euro – laut EU-Recht dürfen Kartenzahlungen in Euro innerhalb der EU nicht mehr kosten als im Inland. Kosten entstehen vor allem beim Geldabheben: Manche Banken berechnen eine Gebühr für Abhebungen im Ausland oder an fremden Automaten, und spanische Automatenbetreiber verlangen oft eine eigene Gebühr. Mit einer Schweizer Karte in Franken fällt dagegen meist ein Auslandseinsatzentgelt von bis zu 2-3 % an. Über einen ganzen Winter wird aus kleinen Gebühren ein spürbarer Betrag.
Dynamische Währungsumrechnung erklärt
Die dynamische Währungsumrechnung (DCC) betrifft Sie nur mit einer Karte in Fremdwährung, etwa Franken: Kartenterminal, Automat oder Onlineshop bieten an, in Ihrer Heimatwährung abzurechnen. Das klingt bequem, der Kurs ist aber meist schlecht. Auch wenn „garantierter Kurs“ oder „ohne Provision“ dasteht: Es ist teurer. Wählen Sie immer Euro und lehnen Sie die Umrechnung ab.
Kontaktlos und mobil bezahlen
Kontaktlos, Apple Pay und Google Pay werden in den meisten Supermärkten, Restaurants, Apotheken und Taxis auf den Kanaren akzeptiert. In manchen Bussen können Sie kontaktlos zahlen, in anderen ist die aufladbare Karte günstiger. Kleine Familienbars und Marktstände bevorzugen manchmal Bargeld – haben Sie also etwas dabei.
Kreditkarten und Schutz
Größere Beträge wie eine Mietkaution oder ein Mietwagen lassen sich mit Kreditkarte oft besser absichern, denn bei Problemen können Sie eine Rückbuchung (Chargeback) beantragen. Manche Autovermieter verlangen für die Kaution eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers; Debitkarten werden nicht immer akzeptiert. Prüfen Sie das vor der Abholung.
Wenn die Karte verloren geht oder gestohlen wird
- Sperren Sie die Karte sofort in der Banking-App oder über den Sperr-Notruf 116 116.
- Nutzen Sie Ihre Ersatzkarte einer anderen Bank.
- Zeigen Sie den Diebstahl bei der Policía Nacional oder Guardia Civil an, wenn Sie für die Versicherung eine Anzeige brauchen.
- Fragen Sie Ihre Bank nach einer Ersatzkarte ins Ausland; das kann einige Tage dauern.
Deshalb sind zwei Karten von zwei verschiedenen Banken, getrennt aufbewahrt, für einen langen Aufenthalt unverzichtbar.
Kartenbetrug und Skimming
Kartenbetrug ist auf den Kanaren nicht häufig, kommt in belebten Urlaubsorten aber vor. Nutzen Sie Automaten in Bankfilialen oder Einkaufszentren, verdecken Sie die Tastatur und lassen Sie die Karte im Restaurant nicht aus den Augen. Mobiles Bezahlen bietet zusätzliche Sicherheit, weil die echte Kartennummer nicht übermittelt wird.
Die passende Kombination
- Einfach: Ihre normale Girocard bzw. Debitkarte plus eine gebührenfreie Kreditkarte als Reserve.
- Wer oft lange bleibt: eine Karte ohne Auslandsgebühren für Abhebungen, eine Kreditkarte für große Käufe und ein Zweitkonto bei einer anderen Bank.
- Wer einen Teil des Jahres in Spanien lebt: zusätzlich ein spanisches Konto für Lastschriften.
Lesen Sie Wise oder Revolut für das Leben auf den Kanaren? für einen ausführlichen Vergleich.
Häufige Fragen
Werden Karten auf den Kanaren überall akzeptiert?
Ja. Fast alle Geschäfte, Restaurants und Dienstleister nehmen Karten, in sehr kleinen Bars manchmal mit Mindestbetrag.
Muss ich meiner Bank die Reise melden?
Die meisten Banken verlangen das nicht mehr, aber halten Sie Ihre Kontaktdaten aktuell, falls eine Zahlung gesperrt wird.
Ist Bargeld oder Kartenzahlung besser?
Zahlen Sie möglichst mit Karte und heben Sie nur gelegentlich größere Beträge ab, um Gebühren zu sparen.
Unser Fazit
Eine gebührenfreie Karte plus Reservekarte reicht den meisten Langzeitgästen. Siehe auch Geldautomaten auf den Kanaren.